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Das Konzept des „Trainingsraums für eigenverantwortliches Denken und Handeln“

An unserer Schule werden auch viele Schülerinnen und Schüler unterrichtet, die neben dem Förderschwerpunkt Lernen auch Auffälligkeiten im Bereich des sozial-emotionalen Verhaltens haben. Im Unterricht zeigt sich dies durch Störungen und Konflikte, deren Klärung natürlich wichtig ist, damit am Unterrichtsvorhaben überhaupt weiter gearbeitet werden kann. Dabei geht viel Unterrichtszeit, pädagogische Energie und Lernwille verloren. Schülerinnen und Schüler, die lernen wollen, werden am Lernen gehindert. Lehrerinnen und Lehrer, die unterrichten möchten, werden am Unterrichten gehindert.

 

Regeln:

Darauf haben wir reagiert und zum Schuljahr 2003/2004 den „Trainingsraum für eigenverantwortliches Denken und Handeln“ eingerichtet. Das Konzept von Dr. Stefan Balke haben wir für unsere Schule modifiziert.

Dem Konzept liegen folgende Regeln zugrunde:

  • Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht, ungestört zu lernen.

  • Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht, ungestört zu unterrichten.

  • Jeder / Jede achtet die Rechte der Anderen.

Diese Regeln hängen in jedem Klassenraum und im Trainingsraum aus.

 

Ziele:

Durch die Einrichtung des Trainingsraumes sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Gewährleistung von störungsfreiem Unterricht

  • Eigenverantwortliches Denken und Handeln der Schülerinnen und Schüler

  • Bereitschaft des Einzelnen, seine eigenen Bedürfnisse („Stören“) hinter die Bedürfnisse der Gruppe („Lernen“) zurückzustellen

  • Respektvoller Umgang miteinander

  • Verbesserung der Atmosphäre im Unterricht und in der Schule

 

Ablauf:

Verstößt ein Schüler gegen die geltenden Regeln, so muss er den Unterricht verlassen, da er seine Mitschüler/innen beim Lernen stört. Er muss dann in den Trainingsraum gehen. Unser Trainingsraum ist möglichst in der gesamten Unterrichtszeit besetzt. Im Trainingsraum sollen die „Störer“ über ihr Verhalten nachdenken und gemeinsam mit dem anwesenden Lehrer ihr Verhalten reflektieren.

Für jede Stufe gibt es unterschiedliche Reflexionsbögen, die dem Alter und den Reflexionsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler entsprechen.

Möglichst selbstständig sollen die Schülerinnen und Schüler eine Lösung erarbeiten, die eine weitere Teilnahme am Unterricht ermöglicht. Dies wird in einem „Plan zur Rückkehr“ aufgeschrieben.

Wichtig ist, dass die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern ebenfalls zum Unterricht gehört. Sie sollen lernen, in eigener Verantwortung ihr Verhalten zu steuern. Zudem sollen sie die Fähigkeit erwerben, sich in einer Gruppe rücksichtsvoll zu verhalten, um ungestört lernen und arbeiten zu können. Diese Fähigkeiten gelten als Schlüsselqualifikationen in unserer heutigen Gesellschaft und sind überall dort unverzichtbar, wo Menschen miteinander arbeiten und umgehen, z. B. im Berufsleben.

 

Zusammenarbeit mit den Eltern:

Zur erfolgreichen Durchführung ist eine enge Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten erforderlich. Nach 5 Besuchen im Trainingsraum werden die Erziehungsberechtigten zu einem Gespräch eingeladen. Dort werden sie über die Vorfälle informiert, die zu den Besuchen im Trainingsraum geführt haben und gemeinsam sollen Rahmenbedingungen besprochen werden, welche eine störungsfreie Teilnahme am Unterricht ermöglichen sollen.

 

Evaluation:

Nach jedem Halbjahr erfolgt eine statistische Auswertung der Besuche im Trainingsraum. Auf der Basis dieser Daten und der Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit mit dem Trainingsraumprogramm erfolgen Gespräche im Kollegium und gegebenenfalls auch Änderungen der Arbeit nach dem Trainingsraumkonzept. Mittlerweile wurden zum Beispiel die Abläufe im Trainingsraum geändert sowie die Reflektionsbögen für alle Stufen modifiziert.

Laut einer Lehrerumfrage (Sommer 2004) führt die Arbeit nach dem Konzept des Trainingsraumes zu einer deutlichen Verbesserung der Unterrichtsatmosphäre.

Für die Zukunft planen wir eine Umfrage bei den Schülerinnen und Schülern.